DMC-Sportbundtag: neue Motorenliste, geänderte DMs

Geänderte DM-Konstellationen, eine neue Motorenliste für die Klassen VG8S und VG10S sowie eine EU-Recht umsetzende Nitromethan-Regelung - das sind die wichtigsten Entscheidungen für den Verbrenner-Glattbahn-Bereich (VG), die beim Sportbundtag (SBT) des Deutschen Minicar-Club (DMC) getroffen wurden. Es war der zweite SBT, der Corona-bedingt nicht als traditionelle Präsens-Veranstaltung über zwei Tage stattfand. Nach dem unsäglichen Umlaufverfahren im Vorjahr hatte sich das DMC-Präsidium dieses Mal für eine Video-Konferenz via Zoom-Webinar entschieden. Insgesamt war der SBT zwar von zahlreichen Diskussionen gekennzeichnet, so beispielsweise zum Abstimmungsverfahren (alle Anträge zum Reglement wurden en bloc abgestimmt), zur schlechten Zusammenarbeit im Präsidium (was einige Rücktritte, u.a. auch von Schatzmeisterin Sandra Langner Ende August, zur Folge hatte) und zur mangelnden Kommunikation (u.a. wurden die geplante 50-Jahr-Chronik und die regelmäßigen Newsletter nicht verwirklicht). Trotzdem entpuppte sich das Zoom-Meeting in einigen Punkten als Vorteil, so zum Beispiel wegen der offenen Diskussionsmöglichkeit (war beim Umlaufverfahren nicht möglich) und vor allem wegen der transparenten und schnellen Abstimmung. Für die bis zu 107 Delegierten mit insgesamt 115 Stimmen (dazu bis zu 74 Zuschauer ohne Stimmrecht) wurde es jedenfalls ein langer Tag, der um 08:30 beginnen sollte, obwohl der Zoom-Zugang wegen einer technischen Panne dann erst gegen 09:00 Uhr möglich war, und der - nach nur zwei Pausen á 30 Minuten erst kurz nach 19:00 Uhr endete.

Wie vom VG-Gremium - bestehend aus dem kommissarischen VG-Referenten Peter Leue sowie den SK-VG-Referenten Wolfgang Hederich (Mitte), Jens Bünting (Nord), Uwe Baldes (West), Fredy Dietrich (Süd) und Jörg Tönnies (Ost) - als Antrag vorgelegt, wird die Deutsche Meisterschaft VG8 (Klasse 1 und Klasse 2) um die Klasse VG10 erweitert und unverändert über vier Tage ausgerichtet. Der Deutschland-Cup für die Klassen VG8S und VG10S ist künftig ein eigenständiger Event, der kompakt und kostenschonend über zwei Tage ausgerichtet wird.

Die Termine: Die DM VG8K1/VG8K2/VG10 wird vom 18. bis 21. August 2022 vom MC Ettlingen ausgerichtet - leider, denn der SK-West-Verein AMC Hamm unterlag erst in der Stichwahl, nachdem das Ergebnis des ersten Wahldurchgangs unentschieden gewesen war. Der Deutschland-Cup VG8S/VG10S findet am 03./04. September 2022 beim AMC Hamm statt. Hamm und Ettlingen hatten sich darauf geeinigt, die ursprünglichen Termine zu tauschen.

Für die Klassen VG8S und VG10S gilt eine neue Motorenliste (inklusiv zugelassener Resorohr/Krümmer-Kombinationen), die zuvor vom VG-Gremium erarbeitet worden war. Demzufolge sind die bisher zugelassenen Motoren - Novarossi Brave und Picco/Sonic PS12 für VG8S sowie Novarossi Stürm und Picco/Sonic PS12 für VG10S - weiterhin erlaubt. Die im Sommer befristet zugelassenen Motoren Picco/Sonic PS21S (VG8S) und Picco/Sonic PS12S (VG10S) wurden bestätigt und können weiterhin eingesetzt werden. Neu in der Liste sind der O.S. Max-R21 (VG8S) und O.S. Max-12TG  V4 Racing (VG10S). Weitere Details wie erlaubte Venturi-Durchmesser und Resorohr-Krümmer-Kombinationen sind der neuen Motorenliste zu entnehmen, die leicht von der Liste aus dem Antragskatalog abweicht und im Laufe der nächsten Tage veröffentlicht wird.

Wichtig für alle VG-Fahrer ist, dass aufgrund einer EU-Vorlage (#1498/2019) der bisherige Nitromethan-Kraftstoff nicht mehr verwendet werden darf. Gemäß Antrag wurde, wie schon zuvor von der EFRA, auch für den DMC beschlossen, dass ab 01.01.2022 nur noch Kraftstoff mit einem EU-konformen Nitromethan-Anteil von 16 Gewichts-Prozent (bisher Volumen-Prozent!) erlaubt ist. Dies gilt im Übrigen für alle Klassen, also auch für OR. Das maximal zulässige spezifische Gewicht beträgt 0,859 kg/l, die Messung erfolgt mit einem neuen NitroMax16EU.

Für den VG-Bereich war bei den Wahlen relevant, dass Marcus May als einziger Kandidat zum VG-Referenten gewählt wurde und damit Peter Leue ablöst, der sich in den vergangenen Monaten als kommissarischer VG-Referent sehr verdient gemacht hat. Dirk Horn als Präsident und Werner Schwarz als Vizepräsidenten wurden mit einem Ja-Stimmen-Anteil von jeweils unter 60 Prozent wiedergewählt. Nachfolger der im August nach 17 Jahren zurückgetretenen Schatzmeisterin Sandra Langner, die diesen Schritt beim SBT noch einmal mit der für sie nicht akzeptablen Zusammenarbeit im Präsidium begründete, wurde Maik Träbert. Zudem gewählt wurden u.a. Holger Sparbier (Jugendreferent), Markus Krause (OR-Referent) sowie Uwe Baldes (2. Kassenprüfer) und Heinz Kroezemann (stellvertretender Kassenprüfer).

Weitere wichtige und interessante Ergebnisse des SBT: Der Jahresbeitrag bleibt bei 45 Euro. 2022 will der DMC-Präsident den Vereinen mindestens 50.000 Euro zukommen lassen. Im Reglement eindeutig geklärt ist nun auch, was eigentlich seit jeher so gehandhabt wurde, dass bei einem Verstoß gegen das technische Reglement der betreffende Wertungslauf gestrichen wird. Im Reglement verankert wurde nun auch, dass ein Ausrichter die Anzahl der Mechaniker je Fahrer auf einen statt zwei begrenzen darf, wenn er dies mit der Ausschreibung bekannt gibt. Noch ein paar Zahlen: Für das Geschäftsjahr ergeben sich aus Einnahmen in Höhe von 172.158,54 Euro und Ausgaben von 99.033,15 Euro ein Überschuss von 73.828,85 Euro. Das Gesamtvermögen des DMC e.V. beläuft sich aktuell auf gut 220.000 Euro. Der Haushaltsplan für 2022 sieht Einnahmen von 197.135,00 Euro bei Ausgaben von 294.719,66 Euro vor und schließt somit mit einem Verlust in Höhe von knapp 100.000 Euro aus. Aus dem Gewinn au 2021 wird der Haushalt 2022 mit einem Zuschuss von 70.000 Euro gestützt, in erster Linie für die Zahlung der Zuschüsse an die Vereine, so dass sich das Minus am Ende auf etwa 30.000 Euro belaufen soll. Zwar wurde keine Mitglieder-Statistik vorgelegt, doch nach Aussagen des Präsidenten zählt der DMC aktuell gut 3.700 erwachsene und gut 500 jugendliche Mitglieder, insgesamt also etwas über 4.200 Mitglieder.

Im Sportkreis West werden neben dem Deutschland-Cup VG8S/VG10S beim AMC Hamm auch die DM VG5 beim MCK Dormagen, die DM EG beim MAC Andernach, die DM OR6 beim RC-OR Wattenscheid und die DM EG8GT3/EG8GT/VG8GT ebenfalls beim AMC Hamm durchgeführt.

DMC Sportkreistag West: Sportbundtag, Termine und mehr

Der bevorstehende DMC-Sportbundtag am 27. Dezember via Zoom-Webinar, anstehende Termine im SK West und einige Themen mehr standen im Mittelpunkt des Sportkreis-Tages West, der am Mittwoch, 17. November 2021, via Zoom abgehalten wurde. Der Termin mag auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheinen, doch er war in Anbetracht des ursprünglichen Zeitplans des DMC für die Vorbereitung des SBT bewusst gewählt. Nur fehlten leider beispielsweise sämtliche Berichte, die bis zum SKT-Termin eigentlich hätten vorliegen sollen, was SK-Vorsitzender Emil Kwasny bei der Begrüßung der 24 Teilnehmer – für Mittwochabend eine durchaus beachtliche Zahl – auch bemängelte. Rund um den SBT wurden Themen wie Abstimmungsverfahren und Wahlen diskutiert, aber auch einzelne Anträge. Emil Kwasny forderte die West-Vereine auf, sich für den SBT anzumelden und teilzunehmen sowie bei der Abstimmung über die Vergabe der Deutschen Meisterschaften und Deutschland-Cups für die DM/DC-Ausrichter aus dem SK West – immerhin acht - zu stimmen. Lena Hürtgen regte an, die Präsentationen der Ausrichter bereits im Vorfeld auf der DMC-Website zu veröffentlichen.

Im Januar und Februar 2022 stehen einige wichtige Präsens-Termine im Sportkreis West im Kalender, jeweils abhängig von der pandemischen Situation:

  • 22. Januar: Rennleiter-Nachschulung in Haltern
  • 23. Januar: Rennleiter-Neuschulung in Haltern
  • 23. Januar: Zeitnehmer-Schulung „RCM“ in Haltern
  • 30. Januar: Nitro-West-Brunch / Meisterfeier in Oberhausen
  • 13. Februar: DMC Sportkreistag West in Oberhausen

Auch im Westen stehen beim SKT Neuwahlen auf dem Programm. Bei der Abfrage der aktuellen Situation zeigten die 15 vertretenen Rennstrecken-Betreiber durchweg den Daumen hoch, da die meisten Vereine in der Saison 2021 wieder Rennen durchführen konnten und fast durchweg Mitglieder-Zugänge aufweisen. Sinkende Teilnehmerzahlen bereit den Vereinen jedoch zunehmende Sorgen. Am Ende der zweistündigen Videokonferenz wurden unter dem Punkt Verschiedenes die Vereine noch einmal an die Einreichung des Antrags für den DMC-Hygiene-Zuschuss bis zum 31. Dezember erinnert.

Link: Protokoll SKT West 17.11.2021

Ab 2022: Sprit mit weniger Nitromethan

Die Verbrennungsmotoren der Maßstäbe 1:8 und 1:10 müssen ab 2022 mit einem reduzierten Nitromethan-Anteil auskommen. Statt einem Volumenanteil von 16 Prozent Nitromethan ist nur noch ein Gewichtsanteil von 16 Prozent Nitromethan erlaubt – für Glattbahnmotoren. Daraus resultiert eine Senkung des Nitromethan-Anteils um etwa zwei bis drei Prozent. Deutlicher fällt der Unterschied im Offroad-Bereich aus, in dem der Volumenanteil bislang bei 25 Prozent lag.

Die neue Regelung basiert auf einer entsprechenden Verordnung der EU (#2019/1148) aus 2019. Ausgangspunkt der EU-Verordnung war weniger der Modellsport, sondern ein Terroranschlag in Barcelona vor einigen Jahren, bei dem Nitromethan eine Rolle spielte. Das EU-Gesetz hat bereits 2021 gegriffen, denn ab dem 01. Februar 2021 durfte kein Modellkraftstoff nach alter Vorgabe mehr bestellt werden, sondern es durfte nur noch ein Abverkauf erfolgen. Auch wenn sich offenbar nicht alle Lieferanten darangehalten haben, so gab es in Deutschland erste Engpässe bei der Verfügbarkeit von EU-konformem Modellkraftstoff. Ab dem 01. Februar 2022 darf ausschließlich nur noch Sprit mit 16-prozentigem Gewichtsanteil an Nitromethan verkauft und verwendet werden.

Der europäische RC-Motorsport-Dachverband EFRA wird auf ihrer Jahrestagung am 06./07. November via Zoom über entsprechende Anträge entscheiden. Auch der deutsche Dachverband DMC hat die Umsetzung der EU-Vorgabe durch entsprechende Anträge beim Sportbundtag am 27. November bereits vorbereitet.

Die Kontrollmessung soll auch künftig mit einem NitroMax erfolgen, allerdings mit einem neuen NitroMax16EU, der auf den neuen Nitromethan-Anteil ausgerichtet ist.

Gemäß EU-Vorgabe konnten Länder ein Lizenzsystem einführen, mit dem Ausnahmen zur Verwendung eines höheren Nitromethan-Anteil möglich ist. Für Deutschland wurde das Lizenz-System abgelehnt, es wird also keine Ausnahmen geben. Diesbezügliche Einsprüche, die DMC und Modellflieger offenbar eingebracht haben, blieben erfolglos. Das bedeutet, dass es in Europa – in diesem Zusammenhang ist wichtig, dass zum Beispiel Großbritannien, Schweiz und einige andere Länder nicht Teil der EU sind – einen Flickenteppich geben wird mit unterschiedlichen Nitromethan-Anteilen. Daraus folgt auch, dass die Durchführung einer Weltmeisterschaft in Ländern wie Deutschland, die keine Ausnahmen über das Lizenz-System zulassen, zumindest vorerst nicht mehr möglich sein werden.

Die Thematik ist keineswegs neu. Alle Landesorganisationen, so auch der DMC, wurden von der EFRA mit einem Informations-Schreiben vom 06. November 2020 – also vor genau einem Jahr – bereits auf die Vorgaben und möglichen Folgen der neuen EU-Verordnung zur Verwendung von Nitromethan hingewiesen. Die DMC-Mitglieder wurden jedoch bis heute darüber nicht informiert. 

Nitro-West-Masters 2021: Keine Verlängerung

Die angedachte Verlängerung des Nitro-West-Masters 2021 fällt aus, ein siebtes Rennen in dieser Saison wird es nicht geben. Damit steht fest, dass das NWM #6 am vergangenen Wochenende beim EVMC Velp der Saisonausklang.

Für das Wochenende vom 23./24. Oktober war, abhängig vom Wetter, ein weiteres Rennen in Betracht gezogen worden. Dies sollte beim MCC Rhein-Ahr ausgetragen werden, nachdem in Bad Breisig sowohl das Nitro-West-Warmup als auch zwei angesetzte NWM-Rennen ausgefallen waren. Der MCC, der gerade einen neuen Vorstand gewählt hat, sagte jedoch ab. Und weil auch die Umfrage unter den NWM-Teilnehmern in Velp keinen großen Zuspruch für ein zusätzliches Rennen fand, bleibt es bei sechs Rennen zum Nitro-West-Masters 2021.

Das Rennen in Velp war mit 54 Nennungen und 52 Teilnehmern ein würdiger Abschluss der zweiten Corona-Saison. Spannende Rennen und eine wie immer gute Atmosphäre kennzeichneten kennzeichneten den sechsten NWM-Lauf in den Niederlanden. 

Nitro-West-Masters #6: Auf nach Velp

 

Nach dem tollen Rennwochenende in Dormagen heißt es nun: Auf nach Velp! Die RC-Rennstrecke des EVMC Velp ist am 09./10. Oktober Schauplatz des sechsten Saisonrennens zum Nitro-West-Masters 2021. Der EVMC Velp freut sich bereits sehr auf das zweite Gastspiel der Nitro-West-Familie auf der Rennstrecke nahe der deutsch-niederländischen Grenze, etwa 80 Kilometer nord-westlich von Oberhausen, nach dem NWM #2 am 26./27. Juni.

In Velp haben die EVMC-Macher bereits viel geleistet, um die attraktive Anlage weiter zu verbessern und zu verschönern. Ohnehin zählt Velp bereits seit Jahren zu den attraktivsten RC-Locations, vor allem wegen der äußerst gelungenen Streckenführung und auch wegen der einzigartigen Kanine.

Die Corona-Regeln in Velp unterscheiden sich von den deutschen Maßnahmen: In Velp gilt keine Maskenpflicht und seit wenigen Tagen auch kein Mindestabstand mehr. Erforderlich ist lediglich der 3G-Nachweis, also geimpft oder genesen zu sein oder einen PCR-Test vorlegen zu können. Jugendliche Ab 13 Jahre müssen entweder geimpft oder getestet sein.

Ausgeschrieben sind wie immer die Klassen VG8 und VG10 sowie VG8S und VG10S. Die Nennung ist bereits geöffnet, wie immer via myrcm.nitro-west.de. Nennschluss ist wie immer der Mittwoch vor dem Rennwochenende, also der 06. Oktober 2021, um 23:59 Uhr.

Erste Wetterprognose für den 09./10. Oktober: trocken, ca. 17/18 Grad .

Also denn: Auf nach Velp, denn Velp lohnt sich!

Nitro-West-Masters: Fünfte Station in Dormagen

 

Dormagen, Velp, Hamm und Haltern - vier Rennen zum Nitro-West-Masters 2021 sind bereits erfolgreich ausgetragen worden, alle nach dem Motto: viel Fahrzeit, viel Fahrspaß. Jetzt folgt nach der Sommerpause wegen Ferien und Deutschen Meisterschaften der heiße Herbst im RC-Car-Westen: mit der fünften NWM-Station am 25./26. September in Dormagen, und anschließend dem sechsten Lauf am 09./10. Oktober in Velp und vielleicht sogar noch einem zusätzlichen Rennen in Bad Breisig.

Auch beim Rennen in Dormagen geht es in erster Linie um Spaß, vor allem Fahrspaß, aber auch um den Spaß miteinander, um den Genuss eines wunderbaren Sports in freundschaftlicher, entspannter Atmosphäre. Genau so lief schon der Saisonauftakt im Juni ebenfalls in Dormagen. Jetzt also ein zweites Mal: Spaß am Rhein. 

Die 273 Meter lange Piste des Minicar-Club Köln e.V., kurz MCK, ist zwar anspruchsvoll, aber harmonisch zu fahren. Und die gesamte Anlage in Dormagen-Hackenbroich wurde von der neuen MCK-Führung um Günther Honert zu einer richtigen Wohlfühl-Oase für RC-Car-Enthusiasten aller Kategorien ausgebaut. Der intensive Trainingsbetrieb unterstreicht die wachsende Beliebtheit der Dormagener Rennstrecke.

Das Nitro-West-Masters ist bereist seit 2010 in Dormagen zuhause. Für das letzte September-Wochenende sagen die aktuellen Wetterprognosen Temps um 19 Grad und reichlich Sonne voraus, ideale Bedingungen also für viel Spaß beim Nitro-Racing. Wie immer sind die Klassen VG8, VG10 sowie VG8S und VG10S - die neuen Picco-Motoren PS21S und PS12S samt neuen Hypex-Resorohren sind unverändert zugelassen - ausgeschrieben, wie immer steht am Samstag reichlich Training von 09.00 bis 19:00 Uhr auf dem Programm, und wie immer gibt es am Sonntag drei Qualifikationsläufe und natürlich die Finals über mindestens 30 Minuten.

Betreffend der Corona-Pandemie gelten aktuell in Dormagen die 3G-Regeln, also Geimpft (mit 14 Tagen Abstand), Getestet (höchstens 24 Tage zuvor, Schnelltest vor Ort möglich) oder Genesen (mit Attest, maximal vor sechs Monaten). Im Fahrerlager, in der Küche und da, wo der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten wird, gilt Maskenpflicht. 

Der MCK Dormagen ist bestens gerüstet, und die Online-Nennung via myrcm.nitro-west.de ist bereits geöffnet. Nennschluss ist wie üblich am Mittwoch, 22. September 2021, um 23:59 Uhr. 

Der RC-Car-Westen trauert: Josef Holl verstorben

Die RC-Car-Familie im Westen trauert um Josef Holl. Der langjährige Vorsitzende des MRC Alstaden Oberhausen ist am Dienstag (07. September 2021) im Alter von 89 Jahren verstorben.

Josef Holl hat den Modellrennsport vor allem im Westen Deutschlands geprägt wie kaum ein anderer. Er hat nicht nur den Modell-Rennsport-Club in der Ruhr-Metropole gegründet, sondern auch den Bau der legendären Rennstrecke am alten Förderturm und am BERO-Center maßgeblich initiiert. Mit unzähligen Rennen bis hin zu Europameisterschaften, aber auch durch die tägliche Trainingsmöglichkeit machte Josef Holl, unterstützt durch seine 2017 verstorbene Frau Wilma, die 234-Meter-Bahn inmitten von Oberhausen zum RC-Car-Mekka des Westens.

Es war seine warmherzige, fröhliche, offene Art, die viele begeisterte und mit der er viele zum Mitmachen animierte. Er packte zu, vor immer eine Hand gebraucht wurde. Er war aufgeschlossen für alles Neue, tüftelte immer wieder an Verbesserungen. Kein Wunder also, dass die RC-Rennstrecke über viele Jahre zu den mondernsten Anlagen in Europa zählte. Eine Anlage, wo man sich traf, ob zum Rennen oder täglich zum Training, nicht nur bei Sonnenschein, sondern bei Regen oder gar Schnee einfach so zum Quatschen, auf einen Kaffee oder auf ein Bier. So erlangte die Grillhütte der MRC-Anlage Kultstatus. Mit der besonderen Art war Josef Holl, über viele Jahre gemeinsam mit seiner Wilma, das Herz des Modellrennsports in Oberhausen. Dieses Herz hat nun aufgehört zu schlagen, Josef Holl und sein Wirken werden aber unvergessen bleiben.

MRC Alstaden Oberhausen, Rennstrecke, Kulthütte und viel mehr: Josef Holl hat Geschichte geschrieben

Die Geschichte begann in den 1970-er Jahren. Als Josef Holl seinem Sohn Hans-Peter ein 1:8-er Elektroauto schenkte, gesellten sich Vater und Sohn zu den 1:8-er Verbrenner-Fahrern, die auf dem Parkplatz am BERO-Einkaufscenter ihre Runden drehten. Schnell hatten auch Josef und Hans-Peter großen Gefallen an den Verbrenner-Fahrzeugen gefunden, so dass Hans-Peter nicht lange betteln musste, bis auch er von seinem Vater ein VG-Auto geschenkt bekam. Derweil entwickelte sich die Oberhausener Szene schnell, Josef Holl verhandelte mit der Geschäftsführung des BERO-Centers, und tatsächlich, man durfte Löcher in den Asphalt bohren und eine erste Bretterbahn errichten, wenn auch wegen Flohmärkten, Autoslaloms, geparkten Autos etc. nur an einigen Sonntag und manchem Samstagnachmittag.

Josef Holl war mindestens genauso vom RC-Car-Bazillus befallen wie sein Sohn. Und so war Josef Holl einer der treibenden Kräfte bei der Gründung des MRC Alstaden Oberhausen. Doch damit nicht genug, Josef Holl verhandelte hartnäckig mit der Stadt Oberhauen, bis die Stadt schließlich einwilligte und dem jungen Verein das Gelände am alten Förderturm direkt gegenüber dem BERO-Parkplatz zuwies. Während jedes Vereinsmitglied damals 1.000 Mark für das Bauvorhaben in die Vereinskasse zahlte, musste zusätzlich ein Darlehen aufgenommen werden – und Josef Holl bürgte alleine dafür. Es entstand ein Asphaltband, 234 Meter lang, mit der markanten Steilkurve, die diese Strecke so besonders machte. Es entstand ein gepflastertes Fahrerlager, ein großer Fahrerstand aus Holz, dazu gab es ein Zelt für den Verkauf von Speisen und Getränken.

Schon während des Ausbaus der RC-Anlage wurden die ersten Rennen ausgetragen, und die Begeisterung der Fahrer, ganz gleich in welchen Klassen, war riesig. Während Josef Holl längst zum Vorsitzenden des MRC gewählt worden war, kam auch seine Frau Wilma immer häufiger zur Strecke, kochte Kaffee und bot Kleinigkeiten zum Essen an. Zwei überdachte Fahrerlager folgten, die Toilettenanlage wurde errichtet, und schließlich entstand die Grillhütte, die Kultstatus erlangen sollte, nicht nur bei den Vereinsmitgliedern, sondern weit darüber hinaus.

Das bemerkenswerte Engagement von Josef Holl setzte die RC-Car-Szene weit über die Grenzen von Oberhausen in Bewegung. Immer mehr RC-Fahrer kamen nach Oberhausen und sorgten für mächtig viel Betrieb auf der MRC-Bahn. Denn das Besondere war, das die Strecke Tag ein, Tag aus geöffnet war. Von morgens um 10 Uhr bis abends um 19 Uhr wurde gefahren, Elektro und Verbrenner, 1:10, 1:8 und 1:5. Josef Holl war immer da, kümmerte sich um alles und jeden. Es gibt wohl kaum einen RC-Fahrer aus dieser Zeit, dem Josef Holl nicht geholfen hat. Mit Rat und Tat war er immer zur Stelle, vor allem für Einsteiger und Jugendliche.

Unter seiner Führung wurden unzählige Rennen durchgeführt, darunter auch zwei Europameisterschaften und vier Deutsche Meisterschaften. Meist fungierte Josef Holl als Rennleiter. Auch um die Zeitnahme kümmerte er sich mit großer Hingabe. So war der MRC einer der ersten Vereine in Deutschland, der auf die RCM-Software aus der Schweiz wechselte. Schon Mitte der 1990-er Jahre hatte der MRC seinen ersten Internetauftritt.

Besonders beliebt waren das alljährige Friedensdorf-Rennen mit über 100 Teilnehmern, bei dem alle Einnahmen gespendet wurden, sowie das 1:8-er Rennen unter Flutlicht und auch das Hallenrennen zu Silvester in der benachbarten Turnhalle.

Wenn das Wetter das RC-Fahren nicht zuließ, hat man sich trotzdem an der Strecke getroffen, vor allem in der Kulthütte, auf einen Kaffee, ein Bier, eine Frikadelle oder ein Stück Käsekuchen, natürlich von Wilma selbstgemacht. Es war vor allem diese einzigartige, herzliche Atmosphäre, für die Josef und Wilma gleichermaßen sorgten, mit der sie diesen Verein und diese Strecke prägten.

Überaus geschickt und engagiert führte Josef Holl über 34 Jahre den MRC Alstaden Oberhausen e.V. als Vorsitzender. Unter ihm wuchs die Mitgliederzahl auf über 100, und er sorgte auch dafür, dass der Verein finanziell überaus gesund und stark war. 2013 übergab er die Führung an Jens Leyser ab, blieb aber für weitere Jahre als Kassierer aktiv.

Beim Sportbundtag 2017 des Deutschen Minicar-Clubs, wurde Josef Holl mit der DMC-Ehrennadel in Gold ausgezeichnet. Da er an diesem Sportbundtag nicht teilnehmen konnte, wurden ihm Ehrennadel und Urkunde im Januar 2018 im Rahmen des Sportkreis-Tages West in Oberhausen von Heinz Kroezemann überreicht. Trotz seines Alters schaute Josef Holl an der Seite von Hans-Peter auch in den vergangenen Jahren immer wieder mal auf anderen Rennstrecken vorbei, um hier und da ein Schwätzchen zu halten. Das „Hallo“ war bei jeder Begegnung so groß wie eh und je.

Das Mitgefühl der RC-Car-Gemeinde und ganz besonders der Nitro-West-Familie gilt allen Angehörigen von Josef Holl, vor allem seinen Kindern Bärbel und Hans-Peter. Die Bestattung findet am 23. September um 11:00 Uhr auf dem Alstadener Friedhof in der Amboßstraße in Oberhausen statt.

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